Marte Meo in der Mülheimer Presse

Marte Meo in der Mülheimer Presse

Autismus Therapie Zentrum Mülheim setzt Video-Behandlung ein (aus der WAZ)

Die so genannte Marte Meo-Behandlung wurde ursprünglich für Autisten entwickelt, ist aber auch in vielen anderen Therapiefeldern einsetzbar, zum Beispiel auch bei jungen Müttern. Fortbildungen zum Therapeuten werden im Autismus Therapie Zentrum in Mülheim angeboten.
Im Autismus Therapie Zentrum Mülheim sitzt eine – urlaubsbedingt – kleine Runde zusammen, die eine Ausbildung des Vereins zum Marte Meo-Therapeuten absolviert. Seit einigen Jahren eine mehr und mehr geschätzte und verbreitete kameragestützte Therapieform, die in der Arbeit mit ganz unterschiedlichen Personengruppen erfolgreich eingesetzt wird.
Monika Birrenbach ist freiberufliche Hebamme und arbeitet mit sehr jungen Müttern zusammen. „Die kann ich mit der Marte Meo-Methode gut unterstützen, ihre Kompetenzen im Umgang mit ihren Babys gut und positiv aufbauen.“ Sie filmt die oft unerfahrenen Mütter beim Stillen, bei der Massage oder beim Wickeln und sieht dabei, ob und wie sie mit ihren Kindern in Kontakt treten. Positive Auszüge des Films oder Standbilder, ein „Review“, zeigt sie den Müttern, um sie zu bestärken. „Es wird nie negativ kritisiert!“,so Birrenbach.

Autisten soziales Verhalten beibringen

„Das funktioniert sehr gut, denn optische Eindrücke prägen sich besser ein als verbale“, so die Hebamme, und Lob sei effektiver als Kritik. Teilnehmerin Stefanie Goclik bestätigt: „Bilder bleiben eher haften.“
Birgit Seeger, Marte Meo-Dozentin und seit 20 Jahren Mitarbeiterin im Autismus Zentrum, erklärt, die Marte Meo-Elemente seien auch einsetzbar, um seine eigene Arbeit zu überprüfen. Claas Barnitzke, Sozial-Pädagoge und Mitarbeiter des Zentrums, nutzt die Methode in der Autismus-Therapie. Über das Review, also Bilder und Filmausschnitte, könne man Autisten soziales Verhalten beibringen.

Alltagssituationen per Video aufnehmen

Zum Beispiel, Blickkontakt zu halten oder soziale Umgangsformen zu erlernen. Eine Eigenwahrnehmung sei bei Autisten oft nicht vorhanden. Bei normal entwickelten Kindern seien diese Fähigkeiten von Geburt an da. „Autisten können das visuell erlernen“, so Barnitzke. Eltern könnten auch zu Hause Alltagssituationen mit ihren Kindern dokumentieren und per Video aufnehmen, um sie anschließend mit den Therapeuten durchzugehen.
Der eigene Blick sei in der Erinnerung oft auf das Negative gerichtet. Da könne es helfen,im Review zu sehen, dass sich Mutter und Kind intensiv zulächelten oder zusammen lachten. Die Methode sei zudem nützlich und einprägsam, wenn Klienten zum Beispiel kognitiv nicht fit seien, so Barnitzke.
Tanja Heinzmann nutzt die Ausbildung für ihre Arbeit in einer Intensivwohngruppe für Jugendliche mit besonderem pädagogischen Bedarf. Auch für die Arbeit mit Demenzkranken, in Kindertagesstätten und Therapiezentren gewinnt die Marte Meo-Methode nach Aussagen der Fachleute mehr und mehr an Bedeutung.